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Inklusion – eine neue Leitidee oder eine Fiktion?

Internationaler Weiterbildungsmaster „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ der Stiftung Universität Hildesheim bietet Lehrkräften, pädagogischem Personal und Schulleitungen aller Schulformen Unterstützung bei der Umsetzung dieser Herausforderung

Der Begriff „Inklusion“ ist derzeit en vogue: Viele verwenden, jedoch nur wenige kennen seine originäre Bedeutung.

Inklusion will die Verschiedenheit im Gemeinsamen anerkennen. Die Menschen werden in nicht mehr in Gruppen (Mann/Frau; arm/reich; behindert/ nicht behindert) eingeteilt, sondern es wird davon ausgegangen, dass alle Menschen unterschiedlich sind.

Somit orientiert sich Inklusion an der Bürgerrechtsbewegung und wendet sich gegen jede gesellschaftliche Marginalisierung sowie gegen dichotome Vorstellungen, die jeweils zwei Kategorien konstruieren. Inklusion fokussiert nicht Menschen mit Behinderung, sondern nimmt alle Dimensionen von Benachteiligung (sozial, kulturell, sprachlich, physisch und psychisch) in den Blick (Hinz 2004). Dabei besteht das Ziel in der Minimierung von Diskriminierung aller Risikogruppen und in der Wahrnehmung des Menschen als Individuum mit Stärken und Schwächen– Inklusion als Werteorientierung (Werning 2010).

Mit der Ratifizierung der UN – Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009, die im Artikel 24 ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen fordert, hat Deutschland die Umsetzung des Inklusionsgedanken als gesamtgesellschaftlichen Auftrag anerkannt und sich dazu verpflichtet. Bund und Länder müssen dafür entsprechende Qualitätsmaßstäbe festlegen, um ein inklusives Schulsystem zu verwirklichen. Niedersachsen postuliert seit März 2012 in seinem Schulgesetz (§ 4) eine inklusive Schule.

Diese Veränderungen stellen Lehrkräfte vor eine enorme Herausforderung: Sie müssen lernen mit der zunehmenden Heterogenität der Schüler im Schulalltag konstruktiv umzugehen.

Die Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Margitta Rudolph und Britta Ostermann von der Stiftung Universität, Abteilung WiN (Weiterbildung in Netzwerken), wollen Lehrende aller Schulformen dabei unterstützen und haben den Masterstudiengang ‚Inklusive Pädagogik und Kommunikation’ in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich, Institut Unterstrass,konzipiert, der länderübergreifend studierbar ist und in beiden Ländern ein Alleinstellungsmerkmal besitztEr ist sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland der erste berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang, der bei der Regelklasse ansetzt und anstrebt, die Integrationsfähigkeit der gesamten Schule zu stärken und das Prinzip der Inklusion zu implementieren.

Eine erste Zwischenevaluation des Moduls 2 (Kommunikation, Kooperation, Coaching) erfolgte in der Schweiz und weist eine interessante Ergebnislage auf: Die Weiterbildungsmaßnahme hat die Lehrenden für einen offenen sowie unterstützenden kommunikativen Umgang mit der Verschiedenheit der Schüler sensibilisiert, so dass sie in einigen Bereichen (flexible und starre Lenkung des LehrLerndialogs, Lob und Tadel, nonverbales Verhalten) signifikante Veränderungen im Kommunikationsverhalten aufzeigen.

Besonderheiten des Studiengangs "auf einen Blick"

Ein Novum zu „Inklusion“ auf dem deutschen Markt

International angelegtKooperationsland Schweiz (Universität Zürich, Institut Unterstrass)

  • Studierende können in beiden Ländern studieren,
  • Ermöglichung eines inhaltlichen Austauschs mit Schweizer Kollegen/innen,
  • Experten aus beiden Ländern lehren – hohe Qualität in der Vermittlung der Inhalte.

Berufsbegleitend studierbar

  • hohe Flexibilität in Zeit- und Lernformen (Präsenz- und Blended – Learningphasen),
  • Verknüpfung mit Ihrer Schulpraxis,
  • intensive Beratung und Lernbegleitung,
  • angenehme Lernatmosphäre durch ausgewählte Seminarorte.

Befürwortet und unterstützt durch

  • Kultusministerium Niedersachsen,
  • Wissenschaftsministerium Niedersachsen,
  • UNESCO Deutschland.

Education and Leadership – Vortrag zum Thema „Inklusion“

Im Rahmen des weltweiten SI-Projekts "Education and Leadership" beschäftigte sich der Hildesheimer SI-Club auch mit dem hochaktuellen Thema "Inklusion".

Frau Britta Ostermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Hildesheim hielt am 16.1.2013 einen beeindruckenden Vortrag zu diesem Thema. Sie referierte kompetent und anschaulich, auch anhand von Beispielen aus der Bodensee- Schule.

Das Interesse der Zuhörerinnen war groß, was sich auch in der anschließenden lebhaften Diskussion zeigte. Die Hildesheimer Clubschwestern dankten Frau Ostermann für den sehr informativen Vortragsabend mit einem Blumenstrauß, übereicht von Clubpräsidentin Dr. Lucia Ruhnau.

 

 

 

Mehr Informationen finden Sie hier.

„Hat man nicht auch Gold beineben ...“

Auch in diesem Jahr engagierten sich die Hildesheimer Service-Clubs traditionell für ein gemeinsames wohltätiges Projekt. 2007 erstmals vom SI-Club Hildesheim initiiert, lag die federführende Hauptorganisation diesmal turnusgemäß wieder bei den SI-Clubschwestern.

Das geplante gemeinsame Projekt hatte auf Vorschlag des SI-Clubs Hildesheim die Gründung eines Sozialfonds für SchülerInnen des Diakonischen Bildungszentrums (DBZ) zum Ziel.  Dieses Zentrum bietet die kostenpflichtige Ausbildung zum Pflegeassistenten und Heilerziehungspfleger an. Es ist für Stadt und Landkreis Hildesheim zuständig und in Alfeld angesiedelt.  

Um den finanziellen Grundstock für einen solchen Sozialfonds zu legen, luden  die Service-Clubs SI Hildesheim, Rotary, Inner Wheel, Lions, Leo, Round Table, Old Tablers und Zonta sowie das TfN Musiktheater  der Stadt, in diesem Jahr zusammen mit dem Lions Club Alfeld, zu einer Benefizgala unter dem Motto „Hat man nicht auch Gold beineben…“  in das Stadttheater Hildesheim ein.

Im vollbesetzten Haus boten die beliebten Sängerinnen und Sänger Regine Sturm, Antonia Radneva, Uwe-Tobias Hieronimi , Levente György, Jan Christof Schliep, Ivo Zöllner, Mariusz Januszkiewicz, Eelco Herder, Friedemann Seitzer und Werner Seitzer des „Theaters für Niedersachsen“  unter Leitung von Generalmusikdirektor Werner Seitzer  den Gästen einen amüsanten Abend, bei welchem sich die Themen „Geld“ und „Gold“ wie ein roter Faden durch das abwechslungsreiche, sprühende Programm zogen. Melodienfolgen der  volkstümlichen Oper über Operette und Musical bis hin zu Otto Reutters augenzwinkernden Couplets und Georg Kreislers „schwarzen“ Chansons erfreuten das begeisterte Publikum.

Was an diesem erfolgreichen Abend „… beineben…“  herauskam?  Sie werden es erfahren…

Presseartikel

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Altersarmut – Versorgungslücke bei Frauen

Ganz aktuell setzten sich die Hildesheimer Clubschwestern am Clubabend im September mit dem viel diskutierten Thema der Altersarmut, speziell in Bezug auf Frauen, auseinander. Unter dem Titel "Altersarmut – Versorgungslücke bei Frauen" zeigten die Bankbetriebswirtin und Vermögensberaterin Stefanie Kuhls und ihre Kollegin Johanna Taubeler vom Sparkassenversicherungsdienst sehr deutlich auf, welche Versorgungslücken in der gesetzlichen Rentenversicherung bei Frauen entstehen, insbesondere, wenn nicht durchgehend in Vollzeit gearbeitet werden konnte.

Dabei erfuhren die interessierten Clubschwestern, dass Rentnerinnen schon jetzt bei einer Vollzeitbeschäftigung von 45 Jahren über etwa ein Drittel weniger Altersruhegeld verfügen als ihre männlichen Altersgenossen. Diese unbefriedigende Situation wird sich in der Zukunft noch verschärfen, z.B. durch die derzeitige Hartz IV-Regelung und die Ausweitung der Niedriglohn-Arbeitsplätze, die in der Mehrzahl von Frauen besetzt sind.

Als Mindestabsicherung für die Altersvorsorge schlugen die Expertinnen den Einsatz von 15% des Bruttoverdienstes vor. Auch jüngere Arbeitnehmerinnen sollten bereits über Berufsunfähigkeits-, Risikolebens- und Pflegeversicherungen nachdenken.

Bei der anschließenden regen Diskussion traten die Betroffenheit und der Informationsbedarf  der Zuhörerinnen offen zu Tage. Als Dank für die kompetenten Denkanstöße überreichten die Vizepräsidentin Gerda Schultze-Tostmann und die Schriftführerin Liane Ulbig den beiden Referentinnen herbstliche Blumensträuße. 

Sozialfonds für PflegeassistentInnen

Das geplante gemeinsame Projekt der Serviceclubs aus Hildesheim und Alfeld hat in diesem Jahr auf Vorschlag des SI-Clubs Hildesheim die Gründung eines Sozialfonds für SchülerInnen des Diakonischen Bildungszentrums (DBZ) zum Ziel. Dieses Zentrum bietet die kostenpflichtige Ausbildung zum Pflegeassistenten und Heilerziehungspfleger an. Es ist für Stadt und Landkreis Hildesheim zuständig und in Alfeld angesiedelt. 

Auf Einladung der Soroptimistinnen zum Cubabend im März verdeutlichte die Leiterin dieser Bildungseinrichtung, die Theologin, Pädagogin und Gerontologin Frau Helgard Feldbinder, in aller Deutlichkeit die Hintergründe der dringend erforderlichen Gründung eines solchen Sozialfonds.

Anhand von zahlreichen, erschütternden Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit, zeigte sie Unzulänglichkeiten bei der praktischen Umsetzung der Gesetze zur Unterstützung Auszubildender auf und ging dabei auch auf die unzureichend organisierte Information der Betroffenen ein. 

Dies sind in erster Linie die PflegeassistentInnen, die oft aus finanziell schwachen Familien kommend bis zu 5 Monate auf die Bearbeitung eines Bafög-Antrages warten. Dieser Zeitraum, in dem sie meist über keinerlei finanzielle Unterstützung verfügen, soll durch den Fonds überbrückt werden, um den Beginn einer fundierten Ausbildung dieser Gruppe Jugendlicher gewährleisten zu können. Nach Bewilligung des Antrags werden Beträge durch das Bafög-Amt rückwirkend gezahlt und das Überbrückungsgeld aus dem Fonds kann so problemlos zurückgezahlt werden.

Im Namen der tief beeindruckten Zuhörerinnen überreichte die Club-Präsidentin, Frau Dr. Lucia Ruhnau, der sehr engagierten Vortragenden ein Buchpräsent.